Prüfungsfrage (HP) 1
13. Mai 2017
Prüfungsfrage (HP) 3
13. Mai 2017

Prüfungsfrage (HP) 2

Eine 25-jährige Patientin, die Sie gerade im Rahmen ihrer Diät zur Gewichtsabnahme betreuen, klagt über akut aufgetretene wellenförmige Schmerzen im linken Unterbauch mit Ausstrahlung ins Genitale, Übelkeit und Brechreiz. Sie können sie kaum untersuchen, weil sie dauernd im Zimmer umherläuft .
Wie lautet Ihre Verdachtsdiagnose?

1Antwort
  • Harnleiterkolik durch tief sitzenden Harnleiterstein links
  • Häufigste Ursache der Harnleiterkolik ist eine steinbedingte Obstruktion des Ureters bei Nephro- oder Urolithiasis.
Klinik:
  • Bei Mobilisation eines Nierensteins kommt es zur Nierenkolik, deren Leitsymptom der akut einsetzende Flankenschmerz ist.
  • Krampfartige Schmerzen
  • Typischerweise "wandert" der Schmerz bei der Passage durch den Ureter
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Subileus (Darmgeräusche sind kaum hörbar)
  • Typisch, aber nicht obligat: Hämaturie (Mikrohämaturie nahezu immer, Makrohämaturie 1/3 d. Fälle)
  • Bewegungsdrang: Die Patienten sind unruhig, laufen hin und her
  • "Der Stein wandert, der Schmerz wandert und der Patient wandert auch".
  • Führt die Harnleiterobstruktion zu einer relevanten Harnabflussstörung, zeigt sich in der Sonografie ein aufgestautes Nierenbecken.
Komplikationen:
  • Häufigste und wichtigste Komplikation ist die Harnwegsinfektion, die zu einer lebensbedrohlichen Urosepsis führen kann.
Wie ist die Schmerzausstrahlung bei Nephro- oder Urolithiasis: Steine im Nierenbeckenkelchsystem oder oberen Harnleiterdrittel:
  • Ausstrahlung in Mittelbauch und Rücken
Steine im mittleren Harnleiterdrittel:
  • Ausstrahlung in Leiste und Oberschenkel
Steine im distalen Harnleiterdrittel:
  • Austrahlung ins Genitale: Hoden bzw. Labien (Schamlippen)
Warum bekommt ein  Patient im Krankenhaus ein Sieb ausgehändigt?
  • Kleine Harnsteine < 5mm gehen in ˃ 80% der Fälle spontan ab.
  • Die Patienten sollen daher über ein Sieb uriniereb, um den abgehenden Stein aufzufangen.
  • Anschließend werden die Steine analysiert, um eine adäquate Prophylaxe einleiten zu können.
Wie können Sie den Steinabgang bei Ihrem Patienten mit Harnleiterkolik fördern?
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Wärmeapplikation
  • Bewegung (Treppensteigen, Hüpfen)

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